Veranstaltungssicherheit

 

 

 

Veranstaltungssicherheit
Rückblick auf das Symposium vom 18. Oktober 2013

Am 18. Oktober fand im Wiener Hotel Stefanie ein ganztägiges Fachsymposium zum Thema Veranstaltungssicherheit statt. Rund 80 EventexpertInnen samt Netzwerkpartnern etwa aus den Bereichen Versicherung und Technik trafen sich auf Einladung der Wiener Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe, um erstmals in Österreich gezielt dieses umfassende Thema abzuhandeln.

In seinem Eröffnungsstatement betonte Andreas Hladky, Sprecher der Branchenplattform eventnet.at in der WKO, den Stellenwert von Veranstaltungssicherheit als Grundbedingung im Eventmanagement und –marketing. Der „dümmste aller Wege“ sei es, die Augen vor den einschlägigen Bestimmungen zu verschließen.

Georg Geczek vom Roten Kreuz in Wien, dem Mitveranstalter, stellte das Rote Kreuz als Sicherheitsdienstleister und Planungs-Partner im Hinblick auf alle Aspekte der Veranstaltungssicherheit vor und illustrierte dies mit zahlreichen best and worst practice Beispielen. So ist es kürzlich bei einer hochwissenschaftlichen Fachveranstaltung vor 200 Besuchern zu zwei Herzinfarkten von Teilnehmern aus dem Auditorium gekommen, ein Risiko, das viele Veranstalter von vornherein ausblenden bzw. unterschätzen.

Dipl. Finanzwirtin Kerstin Klode aus Potsdam stellte die deutsche Muster-Versammlungsstättenverordnung und ihre Sicherheitsaspekte als moderne Benchmark für Veranstaltungssicherheit dar. Dabei stießen vor allem die Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich auf großes Interesse im Auditorium: So sind die deutschen Vorschriften stark auf die Versammlungsstätte bezogen, was zum Beispiel dazu führt, dass auch private Veranstaltungen in einer genehmigten Versammlungsstätte allen einschlägigen Rechtsvorschriften unterliegen, wo hingegen das österreichische Veranstaltungsrecht viel stärker projektbezogen ist und zum Beispiel private Veranstaltungen aus den strengen Sicherheitsvorkehrungen der Veranstaltungsgesetze komplett entlässt.

Dipl.Ing. Helmut Rieder von der Wiener Veranstaltungsbehörde MA 36 referierte schließlich über aktuelle Standards in der behördlichen Beurteilung der Veranstaltungssicherheit.

Am Nachmittag widmeten sich Arbeitskreise Spezialaspekten:

Mag. Alexandar Kollaritsch behandelte das Thema Sicherheit bei Kleinveranstaltungen. Hier ist das einschlägige Wissen von Veranstaltern und Agenturen besonders gefragt, sind doch zum Beispiel Kleinevents bis zu 200 Besuchern (in Gastronomiebetrieben sogar bis zu 300 Besuchern) in Wien weitgehend anmeldefrei und unterliegen auch nicht der Pflicht der Eignungsfeststellung der Location.

Michael Domkar, Sicherheitsbeauftragter für Großevents, behandelte die Sicherheit bei Großevents und Festivals. Dabei zeigte sich vor allem, dass der Begriff „Großveranstaltung“ nicht abstrakt anhand absoluter Besucherzahlen festgemacht werden kann, sondern vor allem in Relation zur Infrastruktur des Veranstaltungsortes gesehen werden muss. So kann zum Beispiel in einer Kleingemeinde mit 800 Einwohnern ein 300-Personen-Event die Möglichkeiten einer Kommune bereits überfordern.

Thomas Wörgötter, Verfassungsschutz- und Katastrophenabwehrexperte aus Tirol, wartete in seinem Arbeitskreis „Terrorismus, Anschläge und Katastrophen bei Veranstaltungen“ mit einigen überraschenden Thesen auf, die Raum für eine breite Diskussion brachten: Anschläge und Terrorakte gegen einzelne Veranstaltungen sind kaum verhinderbar.
Essenziell im Einsatzfall ist ein offener vernetzter Einsatzstab unter Einbeziehung privater Sicherheitsdienste, in dem alle TeilnehmerInnen die gleiche Sprache sprechen.

Absperrungen und Barrieren alleine sind kein Allheilmittel für Veranstaltungssicherheit und können – veranstaltungsbezogen – auch durch gelindere Mittel, wie Bänder und Markierungen ersetzt werden: Der Besucher sollte nicht unterschätzt werden. 

Das Schwergewicht der Bemühungen sollte allgemein von der „Sicherheit“ zum „Schutz“ verlagert werden.

In der gemeinsamen Diskussion aller TeilnehmerInnen traten zahlreiche Aspekte in den Fokus, an denen in Zukunft gearbeitet werden muss:

Eine Ausbildung von Veranstaltern und Veranstaltungsagenturen in Bezug auf Veranstaltungssicherheit ist essenziell. Dafür soll im Rahmen der Wirtschaftskammer ein bundesweit gültiger Leitfaden geschaffen werden.

Auftraggeber und Kunden müssen vermehrt überzeugt und mit ins Boot genommen werden, dass in Sicherheit und Schutz der Veranstaltungsteilnehmer vermehrt investiert werden muss.

Unbegreiflich ist es, dass die Einsatzdienste in Österreich (Polizei, Rettung, Feuerwehr, …) noch immer nicht auf einer gemeinsamen Funkfrequenz miteinander kommunizieren können.

Einig war man sich darin, dass diese Tagesveranstaltung als Startschuss für weitere Bemühungen dienen sollte.

In diesem Sinn werden Fachgruppe und Rotes Kreuz im kommenden Jahr gezielte Sicherheitsworkshops für kleinere Gruppen von Interessenten anbieten.

Rückfragen: Wirtschaftskammer Wien – Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe, Geschäftsführer Dr. Klaus Vögl, T 01/514 50-4212, E. klaus.voegl@wkw.at,
www.freizeitbetriebe-wien.at



Präsentationen zum Downloaden:

Folie Andreas Hladky (Bundessprecher Eventnet)

Folie Georg Gezek, MBA (Rotes Kreuz)

Folie Diplom-Finanzwirtin Kerstin Klode (Versammlungsstättenberaterin)

Folie Dipl.Ing. Helmut Rieder (Magistratsabteilung 36)

Folie Thomas Wörgötter (Verfassungsschutz Tirol)

Folie Rieder & Domkar (Projektmanagement)




Im Folgenden einige Impressionen der Veranstaltung:
 



















 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 







 


Fachgruppe Wien der Freizeit- und Sportbetriebe

in der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien,
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